Ein Hut wird nicht nur von älteren Leuten getragen

22. Februar 2013 Herbert Essay Allgemein

Im Lauf der Zeit hat sich der Hut beständig gewandelt. Er war nicht bloß eine Kopfbedeckung zum Schutz vor Kälte, Feuchtigkeit und Sonnenstrahlen. In vielen Fällen symbolisierte er die Herkunft und auch die gesellschaftliche Stellung. Im Lauf der Zeit ist das Kleidungsstück aus dem alltäglichen Straßenbild fast verschwunden. Jedoch sieht man den Hut häufig noch bei gesellschaftlichen Ereignissen wie die bekannten Pferderennen in Ascot. Das Rennen zeichnet sich mittlerweile dadurch aus, dass seine Besucherinnen mit auffallenden und ungewöhnlichen Hut-Modellen erscheinen. Je interessanter das Modell, desto mehr Beachtung.Die Designer toben sich bei der Formgebung aus und so kommen stellenweise überdimensionale, phantastische und auffällige Modelle dabei heraus. Federn, Schleifen und Figuren schmücken die Hüte der Damen. Heutzutage tragen wieder viele den sogenannten Trilby. Dieser klassische Hut, der eigentlich für Männer gestaltet wurde, ist ein kleines Modell mit schmaler Krempe. Man sieht diesen Hut in den unterschiedlichsten Ausführungen, zum Beispiel in Pink, ganz mit Palletten besetzt oder mit Tierfellmustern. Zum Trend wurde er, wie viele andere Kleidungsstücke, als einige Stars mit ihm zu sehen waren. Männer und Frauen tragen den Trilby und man sieht Leute in jedem Alter mit diesem Modell.

In Film und Fernsehen gibt es auch ein paar Figuren, die ohne ihren Hut undenkbar sind. Sherlock Holmes und sein Deerstalker-Hut sind ein gutes Beispiel dafür. In der Regel ist dieses Model kariert und hat an der vorderen Krempe einen Sichtschutz. Der Name kommt daher, dass diese Kopfbedeckung in Großbritannien im Allgemeinen bei der Jagd getragen wird. Sir Arthur Conan Doyle erwähnt diesen Hut jedoch mit keinem Wort in seinen Romanen und Geschichten. Aufgrund dessen ist zu vermuten, dass dieses Accessoire Holmes erst zu einem späteren Zeitpunkt „aufgesetzt“ wurde. Eine andere berühmte Person des 19. Jahrhunderts, die man sich ebenfalls heute kaum ohne Hut vorstellen kann, ist Abraham Lincoln. Sogar beim Besuch seiner Truppen war er mit Frack und Zylinder zu sehen.

Der Hut taucht auch in vielen Redewendungen der deutschen Sprache auf, deren Ursprung bis ins Mittelalter zurück reicht. Das Wort hat neben der Bezeichnung einer Kopfbedeckung noch eine zusätzliche Bedeutung. Es heißt so viel wie Wache oder Obhut. Wer also auf der Hut ist, ist ein wachsamer und aufmerksamer Mensch. Aufgrund dessen hat die Redewendung nichts mit der Kopfbedeckung zu tun. Seine Herkunft hat diese Redewendung in der Sprache der Soldaten. Wer zur Wache außerhalb des Lagers eingeteilt war, war damit auf der Hut. Aus der Mitte des 14. Jahrhunderts kommt auch eine weitere bekannte Redewendung der Moderne: „Es geht einem etwas über die Hutschnur“. Entstanden ist der Ausdruck in der Stadt Eger, wo sich die Kreuzbrüder und die Deutschherren darüber uneins waren, wie viel Wasser aus der gemeinsamen Wasserleitung entnommen werden durfte. Am Ende durfte der Wasserstrahl nicht dicker als die Schnur eines Hutes sein. Hielt man sich nicht an diese Regelung, konnte man dafür verurteilt werden.

Hut,

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