Der Strohhut als extravaganter Begleiter

31. Dezember 2012 Herbert Essay Lifestyle & Mode

Die Technik des Strohflechtens ist bereits seit Jahrtausenden bekannt und wurde in der altgriechischen Kultur bereits ein Strohhut für die Frau hergestellt. Der sogenannte „Tholia“ war zur damaligen Zeit durchaus beliebt und wurde im Regelfall von gut situierten Griechinnen getragen. Im 10. Jahrhundert galt der Strohhut bei den Sachsen als Symbol der Ehre und der Wichtigkeit. Sie hatten nicht die Aufgabe vor der Sonne zu schützen, sondern galten als Schmuck und Rangzeichen.

In der Schweiz wurde der Strohhut auch schon vor Jahrhunderten genutzt. Der erste Händler jener Hüte wird in einer Urkunde aus dem Jahre 1593 erwähnt. Der Kanton Aargau ist seitdem bekannt für die Produktion der Hüte aus Stroh. Bei der Bevölkerung war der Strohhut bis in das Jahr 1900 die beliebteste Kopfbedeckung. Anschließend wurde die Begeisterung ein wenig schwächer. Die Strohindustrie hatte allerdings einen weiteren Höhepunkt zwischen 1925 und 1929. Der Hut aus Aargau entwickelte sich zum Exportschlager nach Kanada, Südamerika und die USA. Im Jahr wurden so bis zu 1 Million Hüte nach Amerika exportiert. Der Zenit der Hutmacher aus Aargau war 1958 erreicht, als sie einen Umsatz von 33 Millionen Franken erzielten. Doch nach dieser Zeit drängten immer mehr Anbieter auf den Markt. Günstige Hüte kamen vor allem von Japan, da dort die Hutgeflechtindustrie boomte. Fünf Hersteller von Strohhüten sind heutzutage in Aargau noch übrig. Die restlichen der 70, die es z.B. 1970 noch gab, waren gezwungen die Produktion einzustellen. Da in der Region von Aargau sehr viel Roggen angebaut wurde, war es nur naheliegend die Strohhüte auch aus Roggenstroh zu erzeugen.

So wundert es nicht, dass Aargau neben der Hutproduktion auch als Kornland bekannt ist. Da das Stroh und das Korn im Juni noch weich ist, wird es jedes Jahr in diesem Monat geschnitten. Damit die Farbe des Strohs schön hell ist und auch die Stärke der Halme ideal ist, muss auf die Tatsache geachtet werden, dass das Stroh recht schnell wächst. Bevorzugt werden windgeschützte Orte für den Anbau und das Korn wird sehr eng gesät. Nach dem Ernten der Halme werden sie zum Trocknen und Bleichen aufgehängt. Anschließend kann man sie unterschiedlich weiter bearbeiten. Der typische Aargauer Strohhut wird geflochten, doch man fertigt ebenfalls viele Modelle an, indem man das Stroh webt, häkelt oder knüpft. Wenn man an einen Strohhut denkt, dann hat man sehr häufig das Bild eines „Panamahuts“ vor sich. Dieses Hutmodell kommt allerdings eigentlich aus Ecuador und nicht wie fälschlich angenommen aus Panama. Der Hut wird aus Toquilla-Stroh gemacht und ist schon seit 1630 bekannt. Dieses besondere Stroh wird aus Palmblatt-Fasern gewonnen und nach dem Trocknen geflochten. Die Herstellung eines Panamahuts ist durch und durch Handarbeit. Als der amerikanische Präsident den Bau des Panama-Kanals besichtigte, trug Theodor Roosevelt einen solchen Strohhut. Der Strohhut wurde dadurch berühmt, da die Bilder dieser Besichtigung um die ganze Welt gingen.

Hut, Hüte, Strohhut, Strohhüte,

Comments are currently closed.


Powered by WordPress. Designed by elogi.
Zur Werkzeugleiste springen