Das Badezimmer im Wandel der Zeit

6. Januar 2013 Herbert Essay Shopping

In unseren Breitengraden ist in diesen Tagen ein Badezimmer in jeder Wohnung und jedem Haus selbstverständlich. Etliche haben sogar mehrere. Vor 100 Jahren sah das noch ganz anders aus. Noch zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts betrug die Anzahl der Wohnungen, die ein solches Zimmer besaßen, etwa 3%. In London öffnete das Hotel Ritz 1906 seine Türen. Das besondere Merkmal an dem Hotel war, dass jede Suite mit einem eigenen Badezimmer ausgestattet war. Erst Mitte des 20sten Jahrhunderts wurde es gebräuchlicher, dass Wohnungen ein eigenes Bad hatten.

Auch heutzutage gibt es noch bisweilen Wohnungen ohne Badezimmer. Es dauerte ebenfalls nach der Einführung noch lange, bevor es als Standard wertgeschätzt werden konnte. Als Nasszelle bezeichnet waren diese Bereiche in den 50iger Jahren auch noch sehr unbehaglich. Der Aufenthalt dadrin war daher ebenfalls nur auf die notwendigste Zeit eingeschränkt. Zu der Zeit hatten nur wohlhabende Leute ein Badezimmer. Das „gemeine“ Volk musste sich entweder in einer Wanne waschen, die in der sogenannten Waschküche oder in der Küche platziert war, oder besuchte ein öffentliches „Volksbad“. Bei einem Neubau in der DDR der 70er Jahren wurde eine Nasszelle fix fertig in die Wohnung oder das Haus eingesetzt. Sie hatten keine Hausfenster und waren auch sonst nicht besonders komfortabel.

Das Badezimmer wird auch in der internationalen Literatur immer wieder genannt. In Theodor Fontanes Roman „Stechlin“ erzählt das Hausmädchen, dass es in der Badestube, die als Abstellkammer diente, übernachten musste. Sie schlief zwischen Wanne und der dreckigen Wäsche ihrer Dienstherren. In Norddeutschland wird das Badezimmer auch heute noch Badestube benannt. Herr Müller-Lüdenscheidt und Herr Dr. Klöbner streiten sich beispielsweise im Bad einer Unterkunft wegen einer Ente. Soll sie draußen bleiben oder nicht – das ist dabei die wichtige Fragestellung. Der Sketch von Loriot, dem berühmten deutschen Humoristen, ist sicher einer seiner bekanntesten. Gegenwärtig ist das Badezimmer mehr als nur ein Raum für Körperpflege.

Oft zählen ebenfalls ein Whirlpool oder eine Sauna dazu und so wird das Bad zu einer angemessenen Wohlfühloase. Auch hier gibt es die unterschiedlichsten Trends. Für das Gebiet gibt es mittlerweile große Messen, auf denen Hersteller ihre Angebote präsentieren. Das Angebot an Badezimmern ist enorm und so kann jeder Geschmacksrichtung der Firmenkunden berücksichtigt werden. Wer das nötige Kleingeld hat, der kann von goldenen Armaturen über Whirlpool für mindestens zwei Personen bis zu Designer-Badmöbeln die gesamte Palette haben.

Bei Badewannen gibt es ein fast unübersichtlich zu nennendes Angebot an unterschiedlichen Designs. Die freistehende Wanne ist in diesem Fall besonders als Trend zu sehen. Schaut man bei den diversen Herstellern nach, entdeckt man Kurioses. So kann man sich eine Badewanne im Holzdesign oder ebenfalls aus Karbon ins Badezimmer stellen. Ein Stil, der sehr gefragt ist, ist der Retro-Stil. Aber auch eingebaute Farbwechsel sind denkbar. Wer eher auf Mittelalterliches steht, der kann sich einen Badezuber aus Holz anschaffen. Damit man nicht immer warmes Wasser auffüllen muss, verfügen diese Bottiche mittlerweile über eigene Öfen. Im Sommer kann man so das Badezimmer in den Garten verlegen.

Badezimmer,

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