An gesellschaftlichen Veranstaltungen werden oft Hüte getragen

19. März 2013 Herbert Essay Allgemein

Hüte gehören schon seit Jahrtausenden zur Tradition der Menschen. Eine runde Kopfbedeckung wurde schon von den Handwerkern im alten Griechenland getragen. Die gut situierten Griechen trugen Hüte, welche Petasos benannt wurden und mit einer Schnur um den Hals befestigt wurden. Die Römer trugen spitze Hüte zu bestimmten Festlichkeiten und formalen Anlässen. Der Hut war ein Symbol der Freiheit . Sklaven bekamen bei ihrer Entlassung in die Unabhängigkeit einen Hut.

Im deutschsprachigen Raum kamen die ersten Hüte erst im 10. Jahrhundert auf. Ein Erkennungszeichen der Sachsen war der von diesem Volksstamm getragene Strohhut. Die ersten Hutmacher in Deutschland werden 1360 in den Geschichtsbüchern erwähnt. Im 16. Jahrhundert waren vor allem hohe, spitz zulaufende Hüte mit Krempe gebräuchlich. Zu bestimmten Festivitäten in Tirol ist diese Form von Hüten immer noch zu finden. Zur selben Zeit entwickelte man auch die Zylinder. Die allseits beliebte Haube wurde im 19. Jahrhundert gang und gebe. Zur Biedermeierzeit lagen große, pompöse Hauben mit vielen Dekorationen voll im Trend. Früher nannte man diese Hüte Schuten und man stellte sie aus Stroh, Seide oder Atlas her. Man befestigte sie ebenfalls mit einem Band um das Kinn.

Bei den Herren erkannte man oftmals an der Form der Hüte die politische Gesinnung. Eine Partei, die sich „Hüte“ nannte, gab es auch schon in Schweden. Man gab seine demokratische Weltanschauung Beispielsweise durch das Tragen eines grauen Filzhutes an. Mit der Zeit stellte man immer größere Hüte her. Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Damentüte eine ziemlich geringe Größe und die Form von Tellern. 1900 trug man schon riesige Prachthüte, die so groß wie ein Wagenrad waren. Diese Kopfbedeckungen waren auch Zeichen für den für finanziellen Wohlstand. Zu jener Zeit strotzten sie buchstäblich vor Prunk. Diese Kopfbedeckungen wurden mit Blumen, Spitze und besonders fremdartigen Federn Paradiesvögeln verschönert.

Mit Beginn der 20er Jahre wurde dann eine andere Hutform aktuell. Die Hüte hatten nun die Form von Glocken oder Töpfen. Diese Mode war Ausdruck für die emanzipierte Frau, die ihre Eigenverantwortlichkeit und ihren Stolz darauf zeigen wollten. Die Hüte trugen zur Vermännlichung der Mode bei. Mit den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts und den Folgen der Weltwirtschaftskrise wurde die Frau im beruflichen Leben mehr zurückgedrängt. Da etliche ihren Job verloren, wurde die Frau zurück in das Haus und in die Küche gedrängt. Die Kleidung und die Accessoires wurden nun wieder weiblicher und enger anliegend. Die Hüte waren nun wieder erheblich kleiner und wurden schräg auf den Kopf gesetzt. In dieser Zeit wurden auffällige, teilweise wundersame Hutschöpfungen kreiert. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges kamen, an Anlehnung an die Uniform, kleine Schiffchen als Kopfbedeckung in Mode. In den 1950er Jahren hatte Christian Dior seinen Durchbruch in der Modeszene und seither war auch in der Hutmode alles erlaubt. Egal, ob klein und unauffällig oder riesig und extravagant, die Hüte gab es nun in saemtlichen Ausführungen. In der Gegenwart wird im alltäglichen Leben kaum mehr Hut getragen. Die Jugend von heute setzt eher auf die amerikanische Baseballkappe.

Hüte,

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